„Ubuntu – I am because you are“ (Afrikanische Philosophie)
die starke Botschaft von Dr. Siyabulela Mandela auf der Messe Fair Handeln zeigt den Weg aus Polarisierung und Ungerechtigkeiten: wir sind als Menschheit besser dran, wenn wir zusammenarbeiten. Der Friedensforscher aus dem Hause Mandela würdigte insbesondere das zivilgesellschaftliche Engagement und sendete die dringend notwenige Botschaft der Stärke und Zuversicht. Im Interview mit Dr. Mandela können Sie diese nachhören.
Diese Botschaft ist altes menschliches Wissen und doch gibt es nur wenige Menschen, die Wege gefunden haben, sie zu leben. Einer dieser Menschen war Prof. Dr. Émile Mworoha. Mit großer Anteilnahme trauern wir um den Wegbereiter der AMAHORO! Landespartnerschaft zwischen Baden-Württemberg und Burundi, der am 19. Juni 2025 verstorben ist. Die Partnerschaft verliert damit einen ihrer Gründungsväter, der gemeinsam mit Landtagspräsident a. D. Erich Schneider die Vision für die AMAHORO! Partnerschaft ins Leben rief. Als Präsident der Nationalversammlung von Burundi hatte er den damaligen Landtagspräsidenten eingeladen woraufhin 1985 die erste Baden-Württembergische Delegation nach Bujumbura reiste. Die SEZ hatte das Glück letztes Jahr anlässlich des Jubiläums der Landespartnerschaft mit Prof. Dr. Émile Mworoha zu sprechen und Einblicke in seine persönlichen Erinnerungen zu erhalten. Seine Geschichte und Erinnerungen haben unser Verständnis der Partnerschaft erhellt und deutlich vor Augen geführt, dass eine Partnerschaft nur erfolgreich ist, wenn sie von beiden Seiten gedacht und getragen wird.
Menschen wie Prof. Dr. Émile Mworoha sind es, die Veränderung herbeiführen. Für mich persönlich sind sie Vorbilder und ich sehe es als meine Aufgabe an, Brücken zu bauen. Zwischen Menschen und Kulturen, da in partnerschaftlichem Austausch bessere Lösungen für die globalen Herausforderungen zu finden sind. Lösungen finden, beginnt mit offenen Augen und Ohren und der Bereitschaft andere Perspektiven einzunehmen – deshalb ist es unser Ziel, denjenigen mit der SEZ eine Plattform zu geben, die gemeinsam für Gerechtigkeit einstehen. Auf der Fair Handeln sind in diesem Jahr so Tausende zusammengekommen, die an einer friedlicheren und gerechteren Zukunft arbeiten oder sich dafür engagieren wollen – beim BW-Burundi Treffen, dem Kommunalen Fachtag, dem Future Fashion Friday oder an einem der vielzähligen Stände in der Messehalle 1. Die Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der Region Nordirak war dieses Jahr ein zentrales Thema der SEZ auf der Messe. Eine ganz besondere Stimmung erfasste die Messe durch die Impulse von Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan, Staatssekretär Florian Hassler und dem Netzwerk der Partnerschaft.
Danke an dieser Stelle an alle Beteiligten und insbesondere an die Zivilgesellschaft, dass sie sich nicht entmutigen lässt und trotz aller Widrigkeiten mit voller Zuversicht und motiviert an einer gerechteren Welt arbeitet. Dieses Engagement wurde auf der Entwicklungspolitischen Landeskonferenz gefeiert: der Dachverband Entwicklungspolitik Baden-Württemberg e.V. ist 50. Ich ziehe meinen Hut vor dem, was der Dachverband in den letzten 50 Jahren geleistet hat. Die unermüdliche Motivation für internationale Partnerschaften, globale Gerechtigkeit und Frieden ist ansteckend und der Grundstein von entwicklungspolitischem Engagement in Baden-Württemberg.
Blicken Sie in diesem SEZletter auf die Höhepunkte der diesjährigen Fair Handeln zurück und erfahren Sie mehr aus unserem Netzwerk – viel Vergnügen bei der Lektüre. |